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Letzte Aktualisierung:
7. Mai 2017

© 2005-2017 Stiftung Lydia Eymann
 
 

Das Elternhaus


Der Langenthaler "Bären" um
1900
Lydia Eymann wurde am 14. Juni 1901 als dritte Tochter des Bärenwirts Friedrich Robert Eymann und der Anna Maria Sommer in Langenthal geboren. Die älteste Schwester, Clara, wurde 1892 geboren und heiratete später Contanz Amanz Vogelsang. Es folgte Heidi, die mit dem Lebensmittel-Grosshändler Hans Geiser verheiratet war, sich später aber das Leben nahm. Lydia war die Jüngste.
Sie behauptete, der Vater hätte lieber einen Jungen gehabt, deshalb habe er sie wie einen Buben erzogen. Lydia litt als Kind darunter, dass sie kein Junge war.
Die Primar- und Sekundarschule besuchte sie in Langenthal.

"Die lebenslustige LE"
Die Eltern führten in Langenthal das Hotel Bären. Es herrschte viel Betrieb in dem für das gesellschaftliche Leben von Langenthal wichtigen Haus. Lydia wuchs in dieser vornehmen Welt auf. Eymanns führten einen aufwändigen Lebensstil. Einmal im Jahr ging die Mutter mit ihren drei Kindern nach Nervi in Italien in die Ferien. Das galt als äusserst exklusiv.
Nachdem die Eltern von Lydia den "Bären" verkauft hatten, zogen sie mit ihr (die beiden anderen Töchter waren damals bereits verheiratet) an den Genfersee, nach La Tour de Peilz. Mit dem Vater ging sie oft fischen und jagen. Von da stammt ihre grosse Naturverbundenheit, die ihr weiteres Leben bestimmte.
Nach dem Tod des Vaters kehrten Mutter und Tochter Lydia im Jahre 1928 wieder zurück nach Langenthal und liessen an der Aarwangenstrasse 55 ein Haus bauen.

Lehr- und Wanderjahre


"Ratssitzung", LE 1935
 
Nach sprachlichen Aufenthalten in Welschland und England, entwickelte Lydia ihre künstlerischen Anlagen an der "Ecole des beaux arts" in Genf und Paris. In Vevey besuchte sich die Dekorateur-Schule und hatte anschliessend eine Stelle in einer Zürcher Seidendruckerei. Sie bereiste im Auto Westeuropa, war besonders den Skandinavischen Ländern zugetan und stellte sich schliesslich bei Kriegsausbruch als Rotkreuzfahrerin zur Verfügung. Die FHD-Karriere (militärischer Frauenhilfsdienst) führte trotz ihrer unbequemen Kritik am Dienstbetrieb bis zum Offiziersrang.

Nach dem Krieg

Die ruhigen Nachkriegsjahre waren ausgefüllt mit kunsthistorischen Studien, mit fotographischen Experimenten, Betreuung der Fischereigewässer und der Verwaltung ihres Liegenschaftsbesitzes. Viele Menschen erlebten das ausgeprägte Sozialempfinden und Gerechtigkeitsgefühl der alleinstehenden, begüterten Frau. Eine echte Würde ohne Überheblichkeit zeichnete ihr Handeln aus.

LE - die engagierte Langenthalerin

Lydia Eymann, in Langenthal bekannt als "LE", war mit ihrer Heimatgemeinde verbunden wie nur wenige Bürgerinnen und Bürger. Sie war stolz auf ihr Burgerrecht. Ihre kritische Anteilnahme am Dorfgeschehen bekundete sie oft im "Langenthaler Tagblatt". In offener, geistreicher und ironisch-humorvoller Sprache, aber auch hart

LE mit Liebling "Peter"
und unbeirrbar, trug sie manches Gefecht mit der Dorfobrigkeit aus. Als noch niemand vom Umweltschutz sprach, stritt sie bereits leidenschaftlich für Gewässer- und Naturschutz in Langenthal. Als Heimat- und Denkmalschutz noch belächelt wurden, setzte sich LE mit grosser Sachkenntnis für die Erhaltung von Kulturgütern und Traditionen ein. Ihrer tiefen Verbundenheit mit Tieren, Pflanzen und Landschaften stand eine gewisse Menschenscheu gegenüber. Hinter dem spröden, burschikosen Gehabe, das ihr manch oberflächliches (Vor)urteil eintrug, verbarg sich ein äusserst feinsinniger Mensch und eine tapfere, aber einsame Frau.

Lydia Eymann verstarb nach schwerer Krankheit in Langenthal am
1. März 1972 mit 70 Jahren.

"Ich bin dankbar für mein schweres, aber reiches Leben." (LE)

Lydia Eymann

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